Ratgeber · aktualisiert am 28. Oktober 2026

Geschenke für Leseratten: Leselicht, Zubehör und E-Reader

Wer ständig liest, hat genug ungelesene Bücher. Was Vielleserinnen und Viellesern stattdessen Freude macht: Licht in der richtigen Farbe, bequemes Lesen im Bett, Ordnung im Regal und ein E-Reader nur mit dem passenden System.

Geschenke für Leseratten: Leselicht, Zubehör und E-Reader

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Für längeres Lesen ohne müde Augen nennt die Beleuchtungsnorm DIN EN 12464-1 einen Bereich von 500 bis 750 Lux, so gibt es die Fördergemeinschaft licht.de für Lesebereiche in Bibliotheken wieder. Ob die Deckenleuchte im Wohnzimmer so viel Licht auf die Buchseite bringt, sieht man ihr nicht an, und genau dort setzt ein Geschenk an.

Bei Leseratten ist ein Buch als Geschenk riskant: Der Stapel ungelesener Bücher wächst ohnehin, und die Wahrscheinlichkeit, einen Titel doppelt zu schenken, ist hoch. Dinge rund ums Lesen dagegen werden jeden Tag benutzt. Sie passen umso besser, je genauer du weißt, wo und wie die Person liest: im Sessel, im Bett, am Küchentisch, in der Bahn oder auf einem E-Reader.

Die Ideen auf einen Blick

GeschenkPasst zu Menschen, die …ca. Preis
Mojimdo LED-Stehlampeeinen festen Lesesessel habenum 25 €
BRILONER Akku-Klemmleuchteim Bett oder auf Reisen lesenum 13 €
Gözze Leseknochen Capriim Bett sitzend lesenum 17 €
Vigo Wood Buchständer Eichebeim Essen oder Kochen lesenum 18 €
Seitenhalter aus Walnusseinhändig in der Bahn lesenum 10 €
HANOI gepolsterte BuchhülleBücher täglich in der Tasche tragenum 23 €
AIEX Metall-Lesezeichen, 6 Stückmehrere Bücher parallel lesenum 10 €
KCatsy Buchstützen Walnusshalbvolle Regalfächer habenum 16 €
Wort Welten Buchjournal XXLüber Gelesenes Buch führenum 18 €
Jahresausweis der Stadtbibliothekmehr lesen, als das Budget hergibtje nach Bibliothek

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Licht für den Lesesessel

Gutes Leselicht hat zwei Eigenschaften, die sich beim Kauf prüfen lassen: Helligkeit dort, wo das Buch liegt, und eine passende Lichtfarbe. licht.de teilt die Lichtfarben in drei Gruppen ein. Warmweiß liegt zwischen 2.700 und 3.300 Kelvin und wirkt wohnlich, Neutralweiß reicht von 3.300 bis 5.300 Kelvin, Tageslichtweiß liegt darüber und gilt als funktionales Licht.

Für den Abend ist warmweißes Licht die gemütlichere Wahl. Tageslichtweißes Licht mit höherem Blauanteil wirkt laut licht.de aktivierend, das ist am Schreibtisch nützlich und spät abends eher nicht. Eine Leuchte, deren Lichtfarbe sich umschalten lässt, deckt beides ab: kühler zum Rätseln oder für kleine Schrift am Nachmittag, warm für das Kapitel vor dem Schlafengehen.

Ein zweiter Wert steht auf vielen Leuchtmitteln und Verpackungen: der Farbwiedergabeindex Ra. Für Lesebereiche nennt licht.de mindestens Ra 80, damit Farben natürlich wirken, etwa die Abbildungen in einem Bildband oder die Buchrücken im Regal. Steht auf der Packung Ra 90 oder mehr, umso besser.

Die LED-Stehlampe von Mojimdo (um 25 Euro) hat einen biegsamen Hals, drei Lichtfarben und zehn Helligkeitsstufen. Durch den Schwanenhals lässt sich das Licht schräg von der Seite auf die Seite richten, statt dass es von oben blendet. Sie passt zu allen, die einen festen Leseplatz haben, an dem bisher nur die Deckenleuchte brennt. Miss vorher kurz, ob neben dem Sessel eine Steckdose in Reichweite ist.

Ohrensessel mit hellem Toile-Bezug unter einer Stehlampe mit weißem Fransenschirm, daneben ein runder weißer Beistelltisch mit Zeitschriften

Lesen im Bett, ohne zu wecken

Wer abends im Bett liest und neben jemandem schläft, der früher das Licht ausmacht, braucht ein Licht, das nur das Buch trifft. Eine Klemmleuchte am Buchdeckel leuchtet genau die zwei aufgeschlagenen Seiten aus und lässt den Rest des Zimmers dunkel.

Die Akku-Klemmleuchte von BRILONER (um 13 Euro) ist dimmbar und lässt sich laut Hersteller von warmweiß bis tageslichtweiß einstellen. Mit 4 × 3 × 29 Zentimetern passt sie zusammengeklappt in jede Tasche und funktioniert damit auch im Zelt, im Nachtzug oder im Hotel. Weil sie per Akku läuft, hängt kein Kabel über die Bettdecke.

Zum Licht gehört eine bequeme Haltung. Der Leseknochen Capri von Gözze (um 17 Euro) ist ein 40 × 25 Zentimeter großes Nackenkissen in Feincord-Optik, das sich zwischen Kopfteil und Rücken legt. Anders als ein normales Kopfkissen stützt er Nacken und Rücken im Sitzen und rutscht nicht ständig weg.

Hände frei am Tisch

Viele lesen beim Frühstück, beim Essen allein oder in der Mittagspause. Dann fehlt eine Hand fürs Buch, und ein frisch gekauftes Taschenbuch klappt immer wieder zu. Ein Buchständer hält das Buch schräg und offen. Der Buchständer von Vigo Wood aus Eiche (um 18 Euro) wird vom Hersteller als Koch- und Lesebuchständer angeboten und taugt damit doppelt: für den Roman beim Frühstück und für das Rezept beim Kochen.

Kleiner und billiger ist ein Seitenhalter für den Daumen. Der Seitenhalter aus Walnuss (um 10 Euro) ist handgefertigt und kommt in der mittleren Größe mit 22 Millimetern. Man steckt ihn auf den Daumen und drückt damit beide Buchhälften flach, Lesen mit einer Hand wird so bequem. Ein typisches Mitbringsel für jemanden, der in der Bahn stehend liest.

Unterwegs mit Buch

Ein Taschenbuch in der Handtasche oder im Rucksack sieht nach einer Woche aus wie ein Mängelexemplar: Ecken geknickt, Umschlag eingerissen. Eine gepolsterte Buchhülle verhindert das. Die gepolsterte Buchhülle von HANOI Collection (um 23 Euro) ist verstellbar und in der großen Variante auch für dickere Bücher gedacht. Wähle die Größe nach dem, was die Person meistens liest: Taschenbücher brauchen weniger Platz als gebundene Ausgaben.

Wer viel unterwegs liest, freut sich außerdem über Lesezeichen, die nicht herausfallen. Das Set von sechs Metall-Lesezeichen von AIEX (um 10 Euro) mit Blattmotiven wie Ginkgo und Ahorn und kleinen Ketten reicht für mehrere Bücher gleichzeitig, die bei Vielleserinnen und Viellesern oft parallel angefangen sind.

Geprägtes Metall-Lesezeichen mit blauer Kordel liegt auf einem aufgeschlagenen alten Buch in Frakturschrift

Ordnung im Regal

Wo viel gelesen wird, stehen Bücher irgendwann schief. Buchstützen halten eine Reihe aufrecht, wenn ein Regalfach nur halb gefüllt ist, oder schaffen auf einer Kommode einen kleinen Platz für die nächsten Bücher auf dem Stapel. Die Buchstützen aus Walnussholz von KCatsy (um 16 Euro) sind ein Paar mit je 17 × 12 × 10,5 Zentimetern. Holz wirkt wohnlicher als die schwarzen Metallwinkel aus dem Büro.

Miss vorher, ob die Stützen mit diesen Maßen ins Fach passen. Bei sehr flachen Wandborden oder niedrigen Fächern stehen sie sonst über.

Ein Tagebuch für gelesene Bücher

Viele Vielleserinnen und Vielleser führen Listen, in Notizbüchern, Apps oder Tabellen. Ein Lesetagebuch macht daraus ein Geschenk. Das Buchjournal XXL von Wort Welten (um 18 Euro) bietet Platz für 100 Bücher, mit Seiten zum Bewerten und Festhalten. Bei 100 Büchern hält es bei jemandem, der zwei Bücher im Monat liest, gut vier Jahre, bei einem Buch pro Woche knapp zwei.

Es passt zu Menschen, die nach dem Zuklappen eines Buchs gern noch einmal darüber nachdenken oder Zitate sammeln. Wer Listen lieber digital führt, nutzt es dagegen selten. Ein Blick darauf, ob die Person Notizbücher benutzt oder alles im Handy festhält, beantwortet die Frage.

E-Reader: erst das System klären

Ein E-Reader ist das teuerste Lesegeschenk und das, bei dem am meisten schiefgehen kann. Die wichtigste Frage betrifft nicht das Display, sondern den Shop dahinter. Auf einem Kindle landen Bücher aus dem Amazon-Shop. Eigene Dateien lassen sich über Send to Kindle schicken, laut Amazon in Formaten wie PDF, DOCX und EPUB bis 200 MB pro Datei. Gekaufte E-Books mit Kopierschutz aus anderen Shops laufen dort nicht.

Für alle, die Bücher aus der Stadtbibliothek ausleihen, ist die Onleihe entscheidend, der digitale Verleih vieler Bibliotheken, betrieben von der divibib GmbH. Die Onleihe selbst schreibt in ihrer Kompatibilitätsliste mit Stand vom 28. August 2017, der Kindle sei ein geschlossenes System, das nur bei Amazon gekaufte E-Books lese, die Onleihe sei davon ausgeschlossen. Ausnahme waren nur die Fire-Tablets. Auch der Handel bestätigt: Die Onleihe-App gibt es nur für die Fire-Reihe, Kindle Paperwhite und die anderen reinen Reader bleiben außen vor.

Ein tolino braucht dagegen keine App. Laut tolino unterstützen die Reader ab Software-Version 12.2 sowohl Adobe DRM als auch den neueren Kopierschutz LCP, über den die Onleihe auf aktuellen Geräten ausleiht. Für ältere Titel mit Adobe-Schutz braucht es eine kostenlose Adobe-ID, die sich laut tolino auf bis zu 5 Geräten aktivieren lässt. Wer also E-Books aus der Bibliothek leihen möchte, ist mit einem tolino besser bedient. Wer seit Jahren bei Amazon kauft und eine Kindle-Bibliothek hat, bleibt beim Kindle.

Deshalb gilt beim E-Reader mehr als bei jedem anderen Lesegeschenk: Schenk ihn nur, wenn du weißt, wo die Person ihre Bücher bezieht. Laut Börsenverein haben 2025 rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland E-Books gekauft, der Anteil am Umsatz des Publikumsmarkts lag bei 6,3 Prozent. Die meisten Leseratten lesen also weiterhin vorwiegend auf Papier, und ein E-Reader ergänzt das höchstens.

Hören, wenn die Augen Pause brauchen

Viele Leseratten hören zusätzlich, beim Pendeln, Kochen oder Spazierengehen. Der Börsenverein zählt für 2025 rund 4,2 Millionen Käuferinnen und Käufer digitaler Hörbücher, mehr als bei E-Books mit 3,4 Millionen. Der Umsatz mit Hörbüchern wuchs 2025 um 13,2 Prozent, während der Buchmarkt insgesamt 2,7 Prozent verlor.

Wie gehört wird, hat sich verschoben: Vom Hörbuchumsatz entfielen 2025 laut Börsenverein 47,4 Prozent auf Downloads, 47,2 Prozent auf Streaming-Abos und nur noch 5,3 Prozent auf CDs. Ein Hörbuch auf CD passt deshalb nur noch zu Menschen, die tatsächlich einen CD-Spieler im Auto oder in der Küche benutzen. Für alle anderen ist ein Guthaben beim Dienst, den die Person schon nutzt, die sichere Wahl. Frag vorher nach, welcher das ist, denn ein Guthaben gilt nur bei dem Anbieter, für den es gekauft wurde.

Ein Abend mit einer Autorin oder einem Autor

Für Menschen, die schon alles im Regal haben, ist eine Lesung das schönste Geschenk ohne Buch. Programme veröffentlichen Buchhandlungen, Literaturhäuser und Stadtbibliotheken auf ihren Websites. Such eine Lesung mit einer Person, deren Bücher im Regal der Beschenkten stehen, und schreib das Datum auf die Karte, zum Beispiel: „Freitag, 22. Januar 2027, 19:30 Uhr, Lesung im Literaturhaus, danach essen wir zusammen.“

Gibt es im Anschluss eine Signierrunde, lohnt es sich, ein eigenes Exemplar mitzunehmen. Aus der Eintrittskarte wird so ein Abend und eine Widmung im Lieblingsbuch.

Der Bibliotheksausweis als Geschenk

Für jemanden, der mehr liest, als das Budget hergibt, ist ein Jahresausweis der Stadtbibliothek ein ungewöhnliches Geschenk mit großer Wirkung. Die Gebühren legt jede Bibliothek selbst fest, ein Blick auf die Website der Bibliothek am Wohnort genügt. Mit dem Ausweis kommen gedruckte Bücher, und wo die Bibliothek dazugehört, auch die Onleihe mit E-Books.

Weil E-Books in Deutschland ebenso preisgebunden sind wie gedruckte Bücher, sparen Vielleser beim Kauf nirgends, beim Ausleihen dagegen sehr wohl. Steck den Ausweis oder einen Gutschein dafür in eine Karte und verabrede einen Samstag, an dem ihr zusammen hingeht und den Ausweis ausstellen lasst.

Was bei Lesezubehör danebengeht

  1. Der E-Reader für jemanden, der Papier liebt. Wer gern blättert und ein volles Regal liebt, legt das Gerät nach zwei Wochen in die Schublade.
  2. Das falsche E-Reader-System. Ein Kindle für jemanden, der aus der Onleihe leiht, kann genau das nicht, was gebraucht wird.
  3. Kaltweißes Licht fürs Bett. Eine Lampe, die nur tageslichtweiß leuchtet, wirkt am Abend ungemütlich. Lieber eine mit umschaltbarer Lichtfarbe.
  4. Kitschiges ohne Nutzen. Tassen mit Leseratten-Sprüchen und Buchdeko-Figuren gibt es in jedem Haushalt mit vielen Büchern schon zuhauf.
  5. Die Buchhülle in der falschen Größe. Für gebundene Ausgaben ist eine Taschenbuchhülle zu klein, umgekehrt rutscht das Taschenbuch in einer großen Hülle hin und her.

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