Ratgeber · aktualisiert am 22. Oktober 2026
Weihnachtsgeschenke für Großeltern, die schon alles haben
Großeltern haben im Schnitt 3,1 Enkel und fast alles im Schrank. Was trotzdem fehlt: Erinnerungen zum Festhalten, gemeinsame Zeit mit Datum und Dinge, die gut lesbar und leicht zu bedienen sind.

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Großeltern haben in Deutschland im Schnitt 3,1 Enkelkinder. Das hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen im Alterssurvey 2023 ermittelt, hochgerechnet sind es rund 20,2 Millionen Großmütter und Großväter. Unter dem Baum liegen bei Oma und Opa deshalb selten nur deine Päckchen. Drei Enkel, deren Eltern, vielleicht noch Geschwister und Nachbarn, alle mit derselben Frage, was man jemandem schenkt, der schon alles hat.
Fast alles Praktische ist längst da. Was fehlt, sind meist drei Dinge. Gemeinsame Zeit, die tatsächlich stattfindet. Etwas, das Erinnerungen festhält, bevor sie verloren gehen. Und Alltagsdinge, die so gut lesbar und bedienbar sind, dass sie Freude machen, ohne nach Hilfsmittel auszusehen.
Die Ideen auf einen Blick
| Idee | Passt zu Großeltern, die … | ca. Preis |
|---|---|---|
Oma, erzähl mal! / Opa, erzähl mal! | gern erzählen und noch gern schreiben | je um 18 € |
goldbuch Fotoalbum Summertime | alte Abzüge im Schrank haben | um 25 € |
Qwirkle | mit Enkeln ab 6 Jahren spielen wollen | um 27 € |
MyRummy Classic Line | Rommé lieben, aber gern mit Steinen | um 12 € |
Senioren-Rommé ASS Altenburg | regelmäßig Karten spielen | um 10 € |
Ravensburger Feel Well, 200 Teile | gern puzzeln, kleine Teile aber mühsam finden | um 11 € |
Mojimdo LED-Stehlampe | abends lesen, rätseln oder handarbeiten | um 25 € |
Gigaset E560 | ein Hörgerät tragen und schlecht telefonieren | um 52 € |
Futtersäule wildtier liebe | einen Balkon oder Garten mit Blick haben | um 23 € |
Was fliegt denn da? | wissen wollen, wer am Futter sitzt | um 16 € |
Amaryllis in Wachs | Blumen mögen, aber keine Pflege wollen | um 20 € |
Frameo-Bilderrahmen 10,1 Zoll | WLAN haben und Enkel weit weg | um 60 € |
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Was mit 70 schon im Schrank liegt
Ein Haushalt, der seit vierzig Jahren besteht, hat Bademäntel, Schals, Vasen, Kerzen, Kochbücher und mindestens zwei Sätze Weingläser. Neues davon landet im Schrank neben dem alten. Interessanter ist, was verbraucht wird oder abgenutzt aussieht: das Kartenspiel mit den weichen Ecken, das Rätselheft, das jede Woche neu gekauft wird, die Leselampe, deren Schirm schief hängt.
Der beste Hinweis kommt oft von deinen Eltern oder Geschwistern, die öfter vor Ort sind. Frag gezielt nach Gewohnheiten: Wird abends gelesen oder ferngesehen? Kommt jemand zum Kartenspielen? Wird am Fenster nach Vögeln geschaut? Aus jeder dieser Antworten wird eine Geschenkidee, die sitzt.
Bei 3,1 Enkeln lohnt sich eine Absprache. Wenn drei Familien unabhängig voneinander ein Fotobuch bestellen, steht am Ende dreimal dasselbe Motiv im Regal. Eine kurze Nachricht in die Familiengruppe, wer was übernimmt, spart den Doppelkauf.
Gemeinsame Jahre, die man festhalten kann
Großmütter teilen mit ihrem ältesten Enkelkind laut DZA im Schnitt rund 33 Jahre Lebenszeit, Großväter knapp 27 Jahre. Der Unterschied kommt daher, dass Frauen ihr erstes Enkelkind mit durchschnittlich 52,6 Jahren bekommen, Männer erst mit 55,6, und Frauen zudem länger leben. Das ist viel gemeinsame Zeit, und trotzdem kennen die meisten Enkel die Jugend ihrer Großeltern nur aus Bruchstücken.
Genau dafür gibt es Erinnerungsalben zum Ausfüllen. Oma, erzähl mal! und das Gegenstück Opa, erzähl mal! von Elma van Vliet (je um 18 Euro) stellen Fragen zur Kindheit, zur ersten Liebe, zum Berufsleben, die man am Kaffeetisch so nie stellen würde. Großeltern schreiben die Antworten selbst hinein, und das Buch kommt irgendwann ausgefüllt zurück.
Damit das klappt, braucht es zwei Dinge. Eine Handschrift, die noch gern schreibt, sonst wird das Album zur Pflicht. Und einen Termin, an dem ihr gemeinsam die ersten Seiten füllt. Wer nicht gern schreibt, erzählt oft gern: Dann liest du die Fragen vor und schreibst selbst mit.
Fotobuch: mit einer Woche Vorlauf rechnen
Ein Fotobuch mit Bildern aus dem Jahr ist der Klassiker, und er funktioniert, wenn die Fotos die Großeltern selbst zeigen, nicht nur die Enkel. Bei Stiftung Warentest lag die durchschnittliche Lieferzeit im Fotobuch-Test 08/2020 beim Anbieter CEWE bei 6 Werktagen, über acht Testbestellungen gemessen. Der garantierte Bestellschluss vor Heiligabend war damals der 17. Dezember.
Rechne rückwärts: 6 Werktage Lieferung, dazu zwei Abende zum Gestalten und ein Abend, um Fotos aus drei Handys zusammenzusuchen. Wer am dritten Adventswochenende anfängt, ist knapp dran. Der Mindestumfang lag im Test bei 26 Seiten. Mit drei Fotos pro Seite brauchst du also rund 80 Bilder, die du vorher aussortieren musst.
Für spät Entschlossene gibt es einen zweiten Weg. Das goldbuch Fotoalbum Summertime (um 25 Euro) hat 100 weiße Seiten mit Pergamin-Trennblättern und fasst bis zu 600 Abzüge im Format 9 × 13. Du klebst die ersten Seiten ein und lässt den Rest frei. Oma und Opa ergänzen dann eigene alte Fotos, und das Album wächst über Jahre weiter.
Zeit verschenken, die wirklich stattfindet
Laut Alterssurvey betreuen 38,3 Prozent der Großeltern mit Enkeln bis 13 Jahre diese regelmäßig, im Schnitt 10,7 Stunden pro Woche. Für diese Großeltern ist ein weiterer Nachmittag mit den Kindern kein besonderes Geschenk, sie sehen sie ohnehin. Für die übrigen 61,7 Prozent kann ein fester Termin viel mehr wert sein als ein Gegenstand.
Der entscheidende Unterschied zwischen einem Zeitgutschein, der eingelöst wird, und einem, der in der Schublade liegt, ist das Datum. „Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug“ verschwindet. „Am Samstag, den 13. Februar, holen dich Lena und Tim um 10 Uhr zum Zoo ab“ findet statt. Schreib Ort, Tag und Uhrzeit auf die Karte, und kläre den Termin vorher mit den Eltern der Enkel.
Ideen für so einen Termin: ein Kochnachmittag, an dem Oma ihr Rezept für Rouladen weitergibt, ein Konzert- oder Theaterbesuch zu dritt, eine Tour durch den Heimatort, bei der Opa die alten Ecken zeigt, oder ein Nachmittag, an dem die Enkel beim Einrichten des neuen Telefons helfen. Je mehr die Großeltern dabei selbst etwas weitergeben, desto lieber gehen sie hin.
Spiele, die drei Generationen an einen Tisch holen

Ein gutes Familienspiel für Großeltern braucht drei Eigenschaften: Regeln, die in fünf Minuten erklärt sind, Spielsteine, die man gut greifen und erkennen kann, und eine Altersgrenze, die auch das jüngste Enkelkind schafft.
Qwirkle von Susan McKinley Ross (Schmidt Spiele, um 27 Euro) wurde 2011 Spiel des Jahres. Angegeben ist es für 2 bis 4 Personen ab 6 Jahren, die Jury empfiehlt es ab 8, eine Partie dauert rund 45 Minuten. Gelegt wird nach Farben und Formen, Lesen ist nicht nötig. Damit spielen Grundschulkinder und Achtzigjährige auf Augenhöhe, und genau das macht den Reiz aus.
Für Familien, in denen schon Rommé gespielt wird, ist MyRummy aus der Classic Line (um 12 Euro) die Brücke. Das Prinzip kennen die Großeltern, die großen Spielsteine liegen stabil auf dem Tisch, und laut Hersteller passt das Spiel für 2 bis 4 Personen ab 8 Jahren mit etwa 30 Minuten Spieldauer.
Lesbar heißt: größer, kontrastreicher, matter
Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband stützt sich für leserliche Schrift auf die Norm DIN 1450. Für Texte, die sich an Senioren richten, empfiehlt der Verband auf leserlich.info, die normale Schriftgröße mit einem Faktor zwischen 1,4 und 1,75 zu vergrößern. Aus einer 10-Punkt-Schrift werden so 14 bis knapp 18 Punkt.
Mindestens so wichtig wie die Größe ist der Kontrast. Im Druck sollte laut DBSV ein Michelson-Kontrast von 0,7 nicht unterschritten werden, und schwarze Schrift auf Weiß bietet den besten Wert. Helle Schrift auf dunklem Grund muss um 10 Prozent größer und kräftiger sein, um gleich gut lesbar zu bleiben. Bei Geschenken also lieber schlicht und klar bedruckt als edel in Grau auf Grau.
Ein Kartenspiel zeigt den Effekt sofort. Das Senioren-Rommé von ASS Altenburg (um 10 Euro) hat ein größeres Kartenformat und extra große Eckzeichen, im Paket stecken 2 × 55 Karten. Wer seit Jahrzehnten Canasta oder Rommé spielt, merkt beim ersten Blatt, dass Herz und Karo nicht mehr verwechselt werden.
Dasselbe Prinzip gilt beim Puzzle. Die Feel-Well-Reihe von Ravensburger (um 11 Euro) hat 200 Teile aus dickem Karton, die sich leichter greifen lassen, dazu eine große Bildvorlage und eine stabile Unterlage. Ein 1.000-Teile-Puzzle mit kleinen Teilen und blassem Himmel verlangt dagegen gute Augen und ruhige Finger.
Licht am Lesesessel
Licht ist das Geschenk, das kaum jemand auf dem Zettel hat. Die Fördergemeinschaft licht.de schreibt, dass Sechzigjährige einen deutlich höheren Lichtbedarf haben als Zwanzigjährige.
Mehr Licht allein reicht dabei nicht. licht.de rät, Blendung möglichst zu vermeiden, und empfiehlt gut entblendete Leuchten für zusätzliches Licht. Eine nackte helle Birne direkt im Blickfeld ist also schlechter als eine Leuchte, die von hinten oder seitlich auf die Seite scheint.
Die LED-Stehlampe von Mojimdo (um 25 Euro) lässt sich über einen Schwanenhals genau auf Buch, Rätselheft oder Puzzle richten. Sie hat drei Lichtfarben von 3000 bis 6000 Kelvin und 10 Helligkeitsstufen. Warmes Licht für den Abend, kühleres und helleres für Kleingedrucktes. Verpackt als „Licht für deinen Lieblingssessel“ kommt das deutlich besser an als jede Anspielung auf nachlassende Augen.
Hörgerätekompatibel: was hinter dem Etikett steckt
Trägt Oma oder Opa ein Hörgerät, zeigt sich gerade beim Telefonieren, ob die Technik zusammenpasst.
Der Deutsche Schwerhörigenbund erklärt das Prinzip so: In vielen Hörgeräten steckt eine kleine Induktionsspule, die T-Spule. Sie nimmt das Magnetfeld des Telefonhörers auf und gibt den Ton direkt ins Hörgerät, ohne Umgebungsgeräusche. Moderne Telefone erzeugen aber oft ein zu schwaches Magnetfeld, deshalb gibt es spezielle Geräte, die als hörgerätekompatibel gekennzeichnet sind. Am Hörgerät selbst muss die T-Spule per Schalter oder über ein eigenes Hörprogramm eingeschaltet sein.
Das Gigaset E560 (um 52 Euro) ist laut Hersteller-Datenblatt hörgerätekompatibel, verdoppelt über eine seitliche Extra-Laut-Taste die Hörerlautstärke und zeigt eingehende Anrufe zusätzlich mit einem Lichtblitz an. Dazu kommen vier Zielwahltasten für die wichtigsten Nummern und eine extra große Ziffernanzeige. Es braucht einen analogen Anschluss an Router oder Telefondose. Kauf es nur, wenn das alte Telefon wirklich Probleme macht, und frag beim Hörakustiker nach, ob das Hörgerät eine T-Spule hat und ob das passende Programm aktiv ist.
Ein Fenster voller Vögel

Wer viel Zeit zu Hause verbringt, freut sich über Bewegung vor dem Fenster. Der NABU nennt die Wintermonate von November bis Februar als Zeit, in der Füttern Hilfe und Naturerlebnis zugleich ist. Ein Weihnachtsgeschenk passt also genau in die Saison.
Wichtig ist die Bauart. Der NABU empfiehlt Futtersäulen und Silos, in denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es verschmutzen. Offene Häuschen müssen regelmäßig heiß ausgewaschen werden, was im Winter auf dem Balkon niemand gern macht. Die Körner-Futtersäule von wildtier liebe (um 23 Euro) ist 26 Zentimeter hoch, aus rostfreiem Metall und wird nur von oben nachgefüllt. Der Platz sollte so gewählt sein, dass die Vögel nicht gegen spiegelnde Scheiben fliegen, darauf weist der NABU ausdrücklich hin.
Laut NABU profitieren an Futterstellen in Städten und Dörfern 10 bis 15 Vogelarten, darunter Meisen, Finken, Sperlinge und Kleiber. Wer genauer wissen will, wer da sitzt, bekommt mit Was fliegt denn da? von KOSMOS (um 16 Euro) einen Klassiker mit 540 Arten und 1.800 Farbzeichnungen. Zeichnungen statt Fotos haben einen Vorteil: Die Merkmale sind klarer herausgearbeitet.
Blühen ohne Gießkanne
Pflanzen sind ein heikles Geschenk, wenn die Pflege zur Aufgabe wird. Eine Ausnahme ist die Amaryllis in Wachs. Die Zwiebel ist mit einer Wachsschicht überzogen und bringt laut Hersteller genug Nährstoffe für die Blüte mit, gegossen wird gar nicht.
Die Amaryllis von Bloomique (um 20 Euro) kommt mit rotem Samtüberzug, ist bei Lieferung 15 bis 25 Zentimeter hoch und wächst bis auf 40 bis 60 Zentimeter. Laut Hersteller blüht sie in der dunkelsten Zeit des Jahres. Es gibt keinen Untersetzer, keine Gießroutine und keinen Topf, der im Urlaub versorgt werden muss.
Fotos, die von allein nachkommen
Technik gehört bei Großeltern nur dann unter den Baum, wenn sie ohne Lernaufwand funktioniert. Ein digitaler Bilderrahmen kann das, wenn die Familie die Einrichtung übernimmt. Der Frameo-Bilderrahmen mit 10,1 Zoll (um 60 Euro) hat 32 GB Speicher und empfängt Fotos über eine App, an die beliebig viele Familienmitglieder angeschlossen werden können. Die Enkel schicken ein Bild vom Fußballturnier, und eine Minute später steht es auf Omas Kommode.
Voraussetzung ist ein WLAN bei den Großeltern. Gibt es keins, ist ein Fotoalbum zum Einkleben die bessere Wahl. Richte den Rahmen vorher bei dir ein, verbinde die App mit allen Enkeln und lade schon zwanzig Fotos hoch. Dann muss am Heiligabend nur noch der Stecker in die Steckdose.
Vier Griffe, die oft danebengehen
- Sichtbare Hilfsmittel ohne Nachfrage. Greifzange, Pillendose mit Wochentagen, Notrufknopf: alles sinnvoll, aber als Weihnachtsgeschenk eine Botschaft über das Alter. So etwas kauft man gemeinsam, wenn der Wunsch von den Großeltern selbst kommt.
- Noch mehr Deko und Textilien. Die dritte Kerze, der vierte Schal, der zweite Bademantel. In einem eingerichteten Haushalt ist dafür kein Platz, und aussortiert wird bei Großeltern ungern.
- Technik, die jemand anders einrichten müsste. Ein neues Tablet oder Smartphone ohne festen Termin, an dem du es mit einrichtest, bleibt oft im Karton.
- Gutscheine ohne Datum. Ein „Gutschein für einen Ausflug“ ohne Ort und Tag wird selten eingelöst. Ein konkreter Termin schon.
Ein Geschenk für zwei oder für eine
Großeltern sind oft ein Paar, und dann lohnt sich ein Geschenk, das beide nutzen. Qwirkle und das Rommé-Blatt funktionieren zu zweit genauso wie mit der ganzen Familie. Futtersäule und Vogelbuch zusammen kosten um 39 Euro und liefern Gesprächsstoff für den ganzen Winter. Die Erinnerungsalben gibt es für Oma und Opa getrennt, und es ist reizvoll, beide nebeneinander auszufüllen: Dieselbe Hochzeit klingt aus zwei Perspektiven oft ganz unterschiedlich.
Ist eines der beiden allein, verschiebt sich der Schwerpunkt. Dann zählen Dinge, die Besuch bringen oder Kontakt halten. Ein Zeitgutschein mit festem Datum, der Bilderrahmen, auf dem jede Woche neue Fotos erscheinen, oder ein Spiel, das beim nächsten Besuch auf dem Tisch liegt und eine Einladung zum Wiederkommen ist.
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