Ratgeber · aktualisiert am 27. Oktober 2026

LEGO richtig verschenken: Set erkennen, Original prüfen

Die Setnummer auf Schachtel und Anleitung verrät, was schon im Regal steht. Wie du Themenwelten erkennst, warum Sammelboxen teuer werden, was Klemmbausteine von Fälschungen trennt und wie LEGO fehlende Teile nachliefert.

LEGO richtig verschenken: Set erkennen, Original prüfen

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Jedes LEGO-Set hat eine Nummer, die laut LEGO-Kundenservice auf der Schachtel und auf der Bauanleitung steht, und die meisten Fehlkäufe entstehen, weil niemand vorher auf diese vier oder fünf Ziffern geschaut hat. Ein Foto vom Regal der Person verrät außerdem die Themenwelt, ob Sammelfiguren dabei sind und ob auch Modelle anderer Hersteller daneben stehen.

Die Ideen auf einen Blick

ProduktFür wenca. Preis
Minifiguren Tiere Serie 28, EinzelboxMitbringsel, ab 5um 8 €
Minifiguren Shrek Serie 71053, EinzelboxShrek-Fans, ab 6um 4 €
LEGO Stein- und Teiletrenner 96874alle, die viel umbauenum 5 €
STANLEY Sortimentskasten, 30 SchubladenSortierer mit großer Kisteum 13 €
Das neue LEGO Ideen BuchKinder mit vielen losen Steinenum 25 €
Das große Buch der LEGO BauideenÄltere und Erwachseneum 25 €
LEGO Classic Große Bausteine-Box 10698wenn unklar ist, was da istum 34 €
Room Copenhagen Vitrine für 16 MinifigurenFigurensammlerum 34 €
Room Copenhagen Aufbewahrungsstein, 8 NoppenKinderzimmer mit Steinechaosum 37 €
Minifiguren Tiere Serie 28, KomplettsetSammler, alle 12 Figurenum 40 €

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Sammelfiguren aus der Überraschungsbox

Als kleines Mitbringsel oder für den Adventskalender ist eine einzelne Minifiguren-Box gut, zum Beispiel aus der neuen LEGO Minifiguren Shrek Serie 71053, ab 6, um 4 Euro, oder aus der LEGO Minifiguren Tiere Serie 28, ab 5, um 8 Euro. Für jemanden, der eine Serie wirklich sammelt, ist das Komplettset Minifiguren Tiere Serie 28 mit allen 12 Figuren die bessere Wahl, um 40 Euro.

Der Grund: In jeder Box steckt eine von 12 Figuren, und welche, siehst du erst beim Öffnen. Ein Rechenbeispiel, unter der Annahme, dass alle 12 Figuren gleich häufig vorkommen: Wer einzeln kauft, braucht im Schnitt rund 37 Boxen, bis alle 12 beisammen sind. Bei 3,99 Euro pro Box sind das knapp 150 Euro für eine Serie, die komplett um 50 Euro zu haben ist. Laut Fachblog New Elementary ergibt eine Zwölferbox aus dem Handel eine vollständige Serie. Komplettsets bieten Händler an, die Einzelboxen nach Figuren sortiert haben, deshalb liegen sie über dem Preis von 12 Einzelboxen.

Minifiguren mit beweglichen Armen und Beinen gibt es seit 1978, und laut LEGO passen die Figuren von damals zu den heutigen. Inzwischen zählt der Hersteller mehr als 8.000 verschiedene. Die Sammelserie 29 kam am 1. Mai 2026 für 3,99 Euro pro Box, auf lego.com trägt sie inzwischen das Etikett „Letzte Gelegenheit“, ebenso die Tierserie 28.

Fünf LEGO-Minifiguren mit Zubehör stehen nebeneinander auf einer Holzkante vor orangefarbenem Hintergrund

Wer schon sammelt, braucht oft einen Platz für die Figuren. Die Room Copenhagen Vitrine für 16 Minifiguren lässt sich stapeln und an die Wand hängen, um 34 Euro. Eine komplette Zwölferserie passt mit 4 freien Plätzen hinein.

Ein Set aus der vorhandenen Welt

Wer in einer Themenwelt sammelt, freut sich über ein weiteres Set aus derselben Welt meist mehr als über einen Ausflug in eine andere. Bei City und Friends passen neue Gebäude zur vorhandenen Stadt, bei Architecture zur Reihe im Regal. Jede Welt hat ein eigenes Erscheinungsbild, die wichtigsten erkennst du ohne Vorwissen:

  • DUPLO: sehr große Steine, laut LEGO in jeder Richtung doppelt so groß wie normale. Gedacht ab 18 Monaten.
  • City: Polizei, Feuerwehr, Baustelle, Bahn, mit Minifiguren in Uniform. Die Sets tragen auf lego.com meist 5+ bis 8+.
  • Friends: Häuser, Cafés und Tierkliniken mit Figuren, die LEGO Mini-Puppen nennt. LEGO beschreibt die Reihe als Rollenspielwelt ab 6 Jahren.
  • Technic: Fahrzeuge mit Zahnrädern, Achsen und Lochbalken statt klassischer Steine. LEGO nennt als Zielgruppe Kinder ab 9.
  • Botanicals, Architecture, Icons, Ideas, Art: Ausstellungsmodelle für Erwachsene, meist mit 18+ auf der Schachtel.

Damit das neue Set nicht schon im Regal steht, hilft die Setnummer. Sie steht groß auf der Schachtel und auf dem Deckblatt jeder Bauanleitung, bei den Classic-Steineboxen zum Beispiel 10696 oder 10698, beim Architecture-Modell Notre-Dame 21061. Anleitungen heben viele Familien länger auf als die Kartons, deshalb lohnt der Blick in die Schublade unter dem Regal. Mit der Nummer findest du das Set im Handel und siehst sofort, ob es dasselbe ist.

Weil alle Steine dasselbe System nutzen, lassen sich die Welten trotzdem jederzeit mischen. LEGO schreibt, dass Steine mit 60 Jahren Abstand zusammenpassen, und gibt die Fertigungsgenauigkeit mit 0,004 Millimetern an.

Wenn unklar bleibt, was da ist

Gibt es kein Foto und keine Anleitung, passt die LEGO Classic Große Bausteine-Box 10698 mit 790 Teilen in 33 Farben zu jeder Sammlung, um 34 Euro. Das neue LEGO Ideen Buch von Dorling Kindersley zeigt laut Verlag über 500 Bauideen für vorhandene Steine, ab 6 Jahren, um 25 Euro. Für Ältere und Erwachsene gibt es Das große Buch der LEGO Bauideen mit Ideen für mehr als 200 Modelle, ebenfalls um 25 Euro.

Nahaufnahme lose liegender LEGO-Steine in Grün, Rot, Gelb und Blau auf weißem Untergrund

Ordnung ist das zweite sichere Thema. Der Room Copenhagen Aufbewahrungsstein mit 8 Noppen fasst 12 Liter, ist stapelbar und sieht aus wie ein großer LEGO-Stein, um 37 Euro. Wer Steine nach Farbe oder Form sortiert, kommt mit einem STANLEY Sortimentskasten mit 30 Schubladen für um 13 Euro weiter, der auch an die Wand passt.

Die alte Kiste wieder vollständig machen

Ein ungewöhnliches Geschenk ist die alte LEGO-Kiste vom Dachboden, wieder vollständig gemacht. Weil Steine von 1958 und von heute zusammenpassen, lassen sich fehlende Räder, Fenster oder Platten nachkaufen und an die Kinder weitergeben. Dazu passt der LEGO Stein- und Teiletrenner, das orangefarbene Werkzeug mit der Teilenummer 96874, um 5 Euro. Damit lösen sich festsitzende Platten, ohne dass Fingernägel leiden.

Als Zeitgeschenk steht ein Datum auf der Karte, zum Beispiel Samstag, 16. Januar 2027, 14 Uhr: Kiste ausleeren, nach Farben sortieren, alte Anleitungen heraussuchen, fehlende Teile notieren. Am Ende des Nachmittags steht eine Bestellliste für den LEGO-Ersatzteilservice, und die Steine der Eltern wandern sortiert zu den Kindern.

Einzelne Steine lassen sich bei LEGO kaufen. Seit 2022 laufen dafür die früheren Dienste Bricks & Pieces und Pick a Brick unter einem gemeinsamen Katalog. Laut Brickset unterscheidet er Bestseller-Teile, die aus Polen oder den USA mit Sendungsverfolgung kommen, und Standard-Teile, die ohne Sendungsverfolgung aus Billund verschickt werden. Für beide Korbteile gilt ein Mindestbetrag, darunter fällt eine Bearbeitungsgebühr an.

Fehlt in einem neuen Set ein Teil, liefert LEGO es nach. Über die Ersatzteilseite auf lego.com gibst du die Setnummer und die Element-ID an, die in der Teileliste hinten in der Bauanleitung steht. Für Teile aus mehreren Sets stellst du je Set eine eigene Anfrage. LEGO schickt eine Mail, sobald die Teile unterwegs sind.

Original, Klemmbaustein, Fälschung

Wer LEGO-Sets mit Setnummer im Regal stehen hat, bekommt Original-LEGO. Wer große Ausstellungsmodelle anderer Hersteller baut, kennt seine Marken ohnehin und hat oft eine Wunschliste. Solche Steine heißen im Handel Klemmbausteine, im Produkttitel steht oft „kompatibel mit“, und das ist erlaubt. Der Europäische Gerichtshof hat am 14. September 2010 im Verfahren C-48/09 P entschieden, dass die Form des LEGO-Steins nicht als Marke geschützt werden kann, weil sie technisch bedingt ist. In der Begründung heißt es, Unternehmen dürften das Markenrecht nicht nutzen, um technische Lösungen unbegrenzt für sich zu behalten.

Mischen lassen sich beide Systeme, weil die Maße gleich sind. Ob ein Klemmbaustein so fest hält und so farbtreu ist wie ein LEGO-Stein, steht auf keiner Packung. In einem LEGO-Set mit Setnummer haben Sammler fremde Steine ungern, schon weil das Set dann nicht mehr der Teileliste der Anleitung entspricht.

Eine Fälschung ist etwas anderes: ein Produkt, das unter fremder Marke verkauft wird oder ein geschütztes Design kopiert. Wie groß dieser Markt sein kann, zeigt der Fall Lepin. Das Höhere Volksgericht Shanghai bestätigte am 29. Dezember 2020 sechs Jahre Haft und 90 Millionen Yuan Geldstrafe für den Chef des Herstellers. Laut Gericht waren rund 4,24 Millionen Kartons mit Kopien von LEGO-Sets verkauft worden, im Wert von über 300 Millionen Yuan. Die EU-Kommission zählt für 2024 rund 112 Millionen gefälschte Waren, die der Zoll an den Grenzen und im Binnenmarkt angehalten hat, mit einem Wert von 3,8 Milliarden Euro. Spiele und Spielzeug stehen in dieser Statistik ganz oben unter den Warengruppen, Hauptherkunftsland ist China, gefolgt von der Türkei.

⚠️ Was der Zoll sagt: Postsendungen mit gefälschter Ware aus Nicht-EU-Ländern kontrolliert der Zoll, wenn Anhaltspunkte für einen geschäftlichen Verkehr vorliegen. In einer Pressemitteilung zur Weihnachtszeit schreibt er, Fälschungen würden „sichergestellt und meist vernichtet, das Geld ist in der Regel weg“, dazu können Schadensersatzforderungen der Markenunternehmen kommen. Als Hinweis auf eine Fälschung nennt der Zoll einen Warenwert, der weit unter dem üblichen Preis liegt.

Ein großes LEGO-Set, das bei einem unbekannten Händler aus Übersee die Hälfte kostet, gefährdet deshalb das ganze Geschenk. Bleibt das Paket beim Zoll hängen, liegt am Heiligabend nichts unter dem Baum, und das Geld kommt in der Regel nicht zurück.

Fünf Fallen beim LEGO-Kauf

  1. Das Set steht schon im Regal: Ohne Blick auf die Setnummern landet dasselbe Modell zweimal unter dem Baum.
  2. Einzelne Sammelboxen für Komplettsammler: Wer die Serie vollständig haben will, bekommt mit Einzelboxen vor allem Doppelte.
  3. Klemmbausteine für eine reine LEGO-Sammlung: Rechtlich in Ordnung, für Original-Sammler aber selten willkommen.
  4. Das zu günstige Angebot aus Übersee: Fälschungen werden beim Zoll meist vernichtet, das Geld ist weg.
  5. „Letzte Gelegenheit“ als Kaufgrund: Das Etikett heißt nur, dass ein Set aus dem Programm geht. Es sagt nichts darüber, ob es später mehr wert ist, und ein Geschenk sollte gefallen, nicht als Geldanlage dienen.

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